Was blüht im Juni? 10 wertvolle Stauden für Ihren Garten

Astrantia major

Der Juni ist der Monat, in dem der Garten zur vollen Blüte aufläuft. Die langen Tage und steigenden Temperaturen bringen eine Fülle von Stauden zum Blühen, die je nach Standort ganz unterschiedliche Qualitäten mitbringen. Wer die richtigen Pflanzen für seinen Garten auswählt, wird mit einem blütenreichen, weitgehend pflegeleichten Bild belohnt, das gleichzeitig Insekten, Wildbienen und Hummeln anzieht. Die folgende Auswahl stellt zehn bewährte und zum Teil weniger bekannte Stauden vor, gegliedert nach ihren Standortansprüchen, damit Sie schnell die passenden Pflanzen für Ihre Verhältnisse finden.

Sonnig und trocken bis frisch: Stauden für offene, warme Standorte

Wer im Garten über sonnige Beete mit durchlässigem oder mäßig trockenem Boden verfügt, findet in dieser Gruppe dankbare Pflanzen, die Hitze und zeitweise Trockenheit ohne Mühe wegstecken.


Salvia nemorosa

Salvia nemorosa – Steppensalbei

Der Steppensalbei gehört zu den verlässlichsten Bienenweide-Stauden, die der Garten zu bieten hat. Seine aufrechten, violettblauen Blütenähren erscheinen ab Anfang Juni und sind eine bedeutende Nektarquelle für Hummeln und spezialisierte Wildbienenarten. Die Pflanze liebt sonnige Standorte mit durchlässigen, eher mageren Böden und kommt mit trockenen Perioden ausgezeichnet zurecht. Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte lohnt sich, da Salvia nemorosa dann zuverlässig ein zweites Mal blüht. Mit Wuchshöhen zwischen 30 und 60 Zentimetern fügt sie sich gut in Staudenmischungen ein und harmoniert besonders schön mit hellgelben und weißblühenden Partnern.

Steppensalbei ist in zahlreichen unserer Staudenmischungen in Sorten enthalten, darunter BallsportARENA, Mediterranes BlütenmeerMagic Blue uvm.

Achillea millefolium – Schafgarbe

Die gemeine Schafgarbe ist eine der wertvollsten heimischen Stauden überhaupt. Ihre flachen, weißen bis rosa Blütenschirme, die ab Juni erscheinen, sind eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Insekten, darunter viele spezialisierte Wildbienenarten. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen robust, verträgt Hitze und Trockenheit und breitet sich auf mageren Böden moderat über Ausläufer aus. Gerade in naturnahen Pflanzungen und Blumenwiesen ist sie ein unverzichtbarer Baustein, der auch als Schnittblume überzeugt. Wer einen etwas üppigeren Wuchs bevorzugt, greift auf die farbigen Gartensorten zurück, die in Rosa, Gelb und Rot erhältlich sind.

Besonders schön finden wir Sorten in orange wie sie im Moritzburger Blühzauber und dem Mediterranen Blütenmeer zu finden sind. Mit den Sorten ‚Lachsschönheit‘ und ‚Velour‘ finden sich zudem gleich zwei Schafgarben in der Staudenmischung Feuer & Flamme.

Baptisia australis – Blaue Indigolupine

Baptisia australis ist ein echter Geheimtipp unter den Staudenklassikern. Ihre erbsenblütigen, tiefblauen Blütentrauben erscheinen im Juni über einem buschigen, blaugrünen Laubwerk und wirken dabei ausgesprochen elegant. Nach der Blüte entwickeln sich dekorative, aufgeblasene Samenhülsen, die noch weit in den Herbst hinein Struktur geben. Die Pflanze ist tiefwurzelnd, extrem langlebig und kommt mit trockenen Standorten und durchlässigen Böden bestens zurecht. Einmal etabliert, benötigt sie praktisch keine Pflege und wird von Jahr zu Jahr imposanter. Für Planer und Galabauer, die langlebige Gerüststauden suchen, ist Baptisia australis eine hervorragende Wahl.
Die Indigolupine ist enthalten im Moritzburger Blühzauber und dem Dresdner Silbersommer.


Phlomis russeliana

Phlomis russeliana – Brandkraut

Das Brandkraut ist eine Staude, die mit ihrer ungewöhnlichen Erscheinung und ihrer außerordentlichen Robustheit gleichermaßen überzeugt. Die quirlförmig angeordneten, hellgelben Lippenblüten erscheinen im Juni an kräftigen, aufrechten Stängeln und ziehen Hummeln in besonderem Maß an. Was Phlomis russeliana auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen zu gedeihen: Sie verträgt Trockenheit, flachgründige Böden und volle Sonne ebenso wie halbschattige Lagen. Ihre großen, filzigen Blätter bilden dichte Bodendecker, die Beikräutern effektiv den Platz streitig machen. Besonders reizvoll ist die Verwendung der trockenen Samenstände im Winter, die dem Garten auch in der kalten Jahreszeit Struktur und Schönheit geben.
Phlomis russeliana ist ein wichtiger Gerüstbildner in Erfurter Staudenmischungen wie Schotterreigen, Tanz der Gräser und Feuer & Flamme.

Betonica officinalis – Heil-Ziest

Der Heil-Ziest ist eine heimische Staude, die in Gärten noch viel zu selten anzutreffen ist und dabei sowohl ästhetisch als auch ökologisch überzeugt. Seine aufrechten Blütenähren in sattem Purpurrosa erscheinen ab Juni und sind eine herausragende Weide für Hummeln und langrüsselige Wildbienen, die den nektarreichen Lippenblüten gezielt nachstellen. Betonica officinalis gedeiht auf mageren bis mäßig nährstoffreichen Böden an sonnigen Standorten und kommt mit trockenen Perioden ausgezeichnet zurecht. Einmal etabliert, ist sie außerordentlich pflegeleicht und langlebig. In naturnahen Staudenmischungen und Blumenwiesen fügt sie sich harmonisch ein und bildet besonders schöne Kombinationen mit Gräsern, Salbei und Schafgarbe.

Sonnig bis halbschattig und frisch: Vielseitige Stauden für mittlere Standorte

Diese Gruppe ist besonders wertvoll für Gärten mit frischen, gleichmäßig feuchten Böden, die wechselnde Lichtverhältnisse aufweisen. Sie umfasst Stauden, die sowohl in offenen Beeten als auch am Gehölzrand eine gute Figur machen.


Polemonium caeruleum

Polemonium caeruleum – Blaue Himmelsleiter

Die Himmelsleiter gehört zu den charmantesten heimischen Halbschattenstauden und verdient weit mehr Beachtung, als sie gemeinhin erhält. Ihre gefiederten Blätter und die zarten, hellblauen Blütendolden, die ab Juni erscheinen, vermitteln eine luftige Leichtigkeit, die gut zu anderen Halbschatten-Stauden passt. Polemonium caeruleum bevorzugt frische bis mäßig feuchte Böden und verträgt sowohl Sonne als auch lichten Schatten. Sie sät sich moderat selbst aus und ergänzt sich gut mit Astrantia, Gillenia und Farnen zu stimmungsvollen Waldrand-Pflanzungen.

Gillenia trifoliata – Dreiblattspiere

Gillenia trifoliata ist ein echter Geheimtipp für den Halbschatten. Die fein verzweigten Stängel tragen im Juni eine Fülle kleiner, weiß-rosa Blüten, die durch ihre Leichtigkeit und Beweglichkeit im Wind eine besondere Atmosphäre erzeugen. Die Pflanze ist sehr langlebig, pflegeleicht und kommt mit einem breiten Spektrum an Bodenverhältnissen zurecht, sofern der Standort nicht zu trocken ist. Im Herbst verfärbt sich das Laub leuchtend orange-rot und liefert einen zweiten, oft unterschätzten Höhepunkt. Für gehölzbegleitende Pflanzungen unter Laubbäumen ist Gillenia trifoliata kaum zu übertreffen.

Halbschattig bis schattig und feucht: Stauden für feuchte Lagen und Gehölzränder

Diese Gruppe zeigt, dass auch schwierige Standorte mit ausgesprochen attraktiven Stauden bespielt werden können. Feuchte Böden und Halbschatten sind keine Einschränkung, sondern eine Einladung zu besonderen Pflanzungen.

Astrantia major – Große Sterndolde

Die Sterndolde (s. Titelbild) ist eine der elegantesten Halbschattenstauden, die der Garten zu bieten hat. Ihre charakteristischen, sternförmigen Blütenköpfchen in Weiß, Rosa und Dunkelrot erscheinen ab Juni und bestechen durch ihre filigrane, fast kunsthandwerkliche Struktur. Astrantia major bevorzugt frische bis feuchte, humusreiche Böden und gedeiht im Halbschatten, etwa unter lichten Laubbäumen, besonders gut. Sie ist eine wichtige Insektenweide, die vor allem Schwebfliegen und kurzrüsselige Wildbienen anzieht. Wer die Pflanzung für eine zweite Blüte im Spätsommer nutzen möchte, schneidet die verblühten Stängel konsequent zurück.

Die Sterndolde ist Teil unserer Staudenmischung Saumpracht für halbschattige und absonnige Standorte am Gehölzrand.


Trollius europaeus

Trollius europaeus – Trollblume

Die Trollblume ist eine heimische Staude, die in der Natur an feuchten Wiesen und Bachufern vorkommt und im Garten feuchte, nährstoffreiche Böden braucht. Ihre kugeligen, goldgelben Blüten, die im Juni erscheinen, leuchten selbst an schattigen Standorten und bringen Wärme in kühle Gartenbereiche. Trollius europaeus ist eine von wenigen Stauden, die gezielt von bestimmten Trollblumenschwebfliegen bestäubt wird, was ihr einen besonderen ökologischen Stellenwert verleiht. Im naturnahen Garten ist sie ein wichtiger Baustein feuchter Lebensräume und kombiniert sich wunderbar mit Iris sibirica, Filipendula und Sumpf-Vergissmeinnicht.

Ajuga reptans – Kriechender Günsel

Der Kriechende Günsel ist eine heimische Bodendecker-Staude, die an Standorten mit Halbschatten und frischen bis feuchten Böden zu ihrer vollen Stärke aufläuft. Seine kurzen, blauvioletten Blütenähren erscheinen bereits im Mai und reichen bis in den Juni hinein, wobei sie zu den ersten verlässlichen Bienenweide-Pflanzen der Saison gehören. Was Ajuga reptans besonders wertvoll macht, ist seine Fähigkeit, offene Bodenflächen unter Gehölzen und in schattigen Randbereichen schnell und dicht zu schließen, sodass Beikräutern kaum Raum bleibt. Die Pflanze bildet flache, kriechende Ausläufer und ist dabei vollständig winterhart und weitgehend pflegefrei. In der Sortenwahl bietet sie zudem eine erfreuliche Bandbreite: Von grünem bis dunkel-bronzefarbenem Laub stehen verschiedene Formen zur Verfügung, die sich auch gestalterisch einsetzen lassen.

Die große Standortamplitude des Günsels spiegeln auch unsere Staudenmischungen wider, wo er in Schattenfreude, Mediterranem Blütenmeer und der Sickermuldenmischung für einen verlässlichen Flächenschluss an schattigen bis sonnigen Standorten sorgt.

Stauden und Gräser: Eine natürliche Partnerschaft

Gräser sind die idealen Begleiter für Staudenpflanzungen. Sie gliedern das Beet, schließen offene Bodenflächen und geben der Pflanzung auch zwischen den Blühphasen Struktur. Entscheidend ist dabei, das Standortprofil zu beachten: Für sonnig-trockene Beete mit Salbei, Schafgarbe und Heil-Ziest empfiehlt sich Stipa tenuissima, dessen feine Halme einen luftigen Schleier zwischen die Stauden weben. Im frischen Halbschatten fügt sich die heimische Deschampsia cespitosa harmonisch zu Himmelsleiter und Dreiblattspiere. Für feuchte, schattige Lagen bietet Carex pendula den filigranen Blüten von Sterndolde und Trollblume einen ruhigen, strukturgebenden Hintergrund.


Das Federgras Stipa tenuissima sorgt für visuelle Ruhe und lockert auf, wie hier in Kombination mit Asclepias tuberosa, Coreopsis lanceolata und Rudbeckia missouriensis. 

Der richtige Standort entscheidet

So unterschiedlich diese zehn Stauden in ihrer Erscheinung auch sind, so teilen sie alle eine entscheidende Eigenschaft: Sie gedeihen dort, wo sie hingehören, weitgehend ohne aufwändige Pflege. Wer sich vor der Pflanzung die Zeit nimmt, Boden, Licht und Feuchte seines Standorts zu verstehen, legt den Grundstein für ein blütenreiches, lebendiges Beet, das den Garten über den Juni hinaus bereichert. Staudenmischungen, die auf die jeweiligen Standortbedingungen abgestimmt sind, machen genau das möglich – mit überschaubarem Aufwand und großer Wirkung.