Staudenrückschnitt – Worauf Sie beim Rückschnitt von Stauden achten sollten

Wer einen Garten hat, kennt das: kaum klettern das Thermometer über die 10 °C und die Sonne wärmt den Garten, schon zieht es einen hinaus. Der Garten wird von den Spuren des Winters beseitigt, Laub entfernen, das erste Mal den Rasen mähen, nur beim Thema Rückschnitt von Stauden sind sich viele unsicher. Deshalb will ich in diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel bringen.

Wann schneide ich Stauden?

Spätestens wenn die Krokusse anfangen ihre Blüten zu zeigen, sollten Stauden und Gräser zurückgeschnitten werden. Natürlich gilt es dabei, so vorsichtig wie möglich durch die Beete zu gehen, um die Frühlingsblüher nicht zu beschädigen. Generell empfehlen wir, Stauden und Gräser erst im Frühjahr und nicht bereits im Herbst zurückzuschneiden. Das Laub schützt die Pflanzen über den Winter vor Frost, zudem dienen die Blütenstiele und auch andere Teile der Pflanze Insekten als Winterquartier. Netter Nebeneffekt: Gräser und andere Stauden zieren mit ihren Blättern und Blütenständen das winterliche Beet und sorgen so für einen schönen Winteraspekt.

Musterfläche "Thüringer Blütensaum" im Schaugarten vor dem Rückschnitt

Unsere Musterfläche der Staudenmischung „Thüringer Blütensaum“ mit einer Größe von zwölf Quadratmetern zeigt, dass durch den Rückschnitt von Blütenrückständen und Blattresten sowie der Laubentnahme nicht einmal eine gepresste Schubkarre voll Schnittreste herauskommt.

Die Staudenmischungen müssen dabei aber nicht bis auf das letzte gereinigt werden. Ein paar Laubblätter verrotten und geben später Nährstoffe an die Pflanzen ab. Durch die Bodenfeuchte jetzt ist auch das Ausstechen von Wurzelunkräutern ganz leicht und schafft Sauberkeit für eineinhalb Monate. Einigermaßen wintergrüne Staudenmischungen wie der Thüringer Blütensaum lassen auch nach dem Pflegegang und Rückschnitt noch genug für ein attraktives Beet übrig. Wer Frühblüher gepflanzt hat, kann sich in den nächsten Wochen über die ersten Blüten freuen.

Frau schneidet trockene Stängel von Stauden und Gräsern im Frühjahr mit elektrischer Heckenschere zurück

Wie tief schneide ich?

Geschnitten wird von Hand mit der Schere oder noch bequemer mit einer elektrischen Heckenschere (wie hier im Bild). Der Schnitt erfolgt so tief wie möglich über den jungen Neutrieben. Da die Staude im Verlauf deutlich größer wird, sieht man die übrigen Stummel der Stiele später nicht mehr und sie verrotten dort auf natürlichem Wege. Diese Schnitttiefe kann bei allen Stauden angewandt werden. Auch dort, wo noch gar nichts zu sehen ist, werden die vertrockneten Blätter und Stiele bodennah abgeschnitten. Die Pflanzen treiben dann aus dem Boden wieder neu aus. Bei wintergrünen Stauden werden nur die braunen und abgestorbenen Blätter entfernt.

Und wie ist das mit den Gräsern?

Auch die meisten sommergrünen Gräser wie Miscanthus, Calamagrostis oder Pennisetum sollten im Frühjahr bodennah zurückgeschnitten werden. Mit dem Gräserrückschnitt sollte nicht zu lange gewartet, da Gräser oft bereits unter dem alten Laub beginnen, allmählich neue Halme auszubilden.

Anders behandelt werden sollten Gräser aus den Gattungen Carex, Festuca oder Stipa, die teils empfindlich auf einen Rückschnitt reagieren. Manche der Arten sind sichtbar immergrün und damit in der Pflege wie immergrüne Stauden zu behandeln. Bei Federgras-Arten wie Stipa tenuissima empfiehlt sich, lediglich abgestorbene Halme „auszukämmen“ bzw. auszulesen.