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Was ist New German Style?

Was ist New German Style?

 

Die Berichte über den New German Style, die deutsche Art der Pflanzenverwendung, hatten schon im Jahr 2013 die große Presse erreicht und die Medien wenden sich zum diesem Ausdruck immer wieder zurück. Aber was steckt hinter dem Begriff „New German Style“? Was kann man sich darunter vorstellen?

Moritzburger Blühzauber

Bild: Moritzburger Blühzauber - Simonsen Freianlagen

Der New German Style ist eine Art der Pflanzenverwendung von Stauden (krautige, ausdauernde, winterharte Pflanzen), auch in Kombination mit Gehölzen, die das Vorbild der Natur nachahmt und in die Gärten und Parks bringt. Diese Art der Gestaltung der Pflanzbeete basiert  auf folgenden wissenschaftlichen Fundamenten:

  • Verwenden der Pflanzen nach ihrem natürlichen Standort – Die Lage, das Licht, das Wasser und das Nährstoffangebot sind die maßgebenden Faktoren für das Wachstum und das Durchsetzungsvermögen der Stauden. Die Standortbedingungen der zu bepflanzenden Fläche und die Bedingungen, welche die Stauden an ihrem ursprünglichen Standort besitzen, sind maßgebend für eine pflegeleichte und dauerhaft erfolgreiche Bepflanzung.

  • Einsetzen der Pflanzen in der Anzahl und Gruppierung gemäß ihrer natürlichen Verbreitung – die Beobachtungen der Pflanzen haben die Erkenntnis erbracht, dass Stauden in typischen Mengen an einem Standort vorkommen. Mit der sogenannten Geselligkeit der Pflanzen haben sich Richard Hansen & Hermann Müsse befasst.

  • Kombinieren der Pflanzen nach ihrem natürlichen Wuchs- und Ausbreitungs- / Konkurrenzverhalten.1  

  • Mengenverteilung der verschiedenen Pflanzen nach dem Leitstauden- und Aspektbildnerprinzipp2, d.h. die Gliederung der Fläche durch Gerüstbildner und Begleitpflanzen für verschiedene Blühaspekte. Für den Flächenschluss des Bodens sorgen die Bodendecker. Füllpflanzen versamen sich und schließen mit ihrem Neuaufwuchs noch restlich offene Lücken.

  • Planung von Struktur, Textur und Farbe der Pflanzenkombination in kleinräumiger und großflächiger Garteninszenierung – die Pflanzbeete sind beim New German Style über das ganze Jahr attraktiv. Das Hauptgewicht liegt nicht nur auf schönen Blüten vom Vorfrühling bis zum Spätherbst, sondern auch auf der Blattstruktur und Blattfarbe sowie auch auf der Textur der einzelnen Pflanzen. Die Attraktivität der Staudenbeete ist auch im Winter durch verschiedene Gräser oder Stauden mit wintergrünen Blättern (Helleborus – Christrose) sowie Pflanzen mit markanten Stängeln (Phlomis russeliana – Brandkraut) gewährleistet.

  • die Dynamik der Staudenmischpflanzung aus dem Jahres- und Lebenszyklus der Einzelpflanzen heraus – die Dynamik der Stauden von Werden und Vergehen im Jahresverlauf  sowie der ganzen Pflanzung während der Jahre ist gewünscht. Kurzlebige Arten werden durch langlebige Stauden ersetzt und somit ändert sich der Bild der Pflanzung stetig.

 Schattige Baumscheibe

Bild: Schattige Baumscheibe - Simonsen Freianlagen

Die Pflanzungen spiegeln das Anliegen des 21. Jahrhunderts eine globale Entwicklung zur Sicherung der biologischen Vielfalt wieder.

Die Bezeichnung New German Style geht auf den Artikel von Stephen Lacey im britischen Journal Horticulture3 im Jahr 2002 zurück, wo er die ergreifenden Eindrücke seiner Reise durch Süddeutschland mit den englischen Landschaftsarchitekten Brita von Schoenaich und Tim Rees reflektiert, beschrieben und festgehalten hatte. Es waren die Pflanzungen von Rosemarie Weiß im Westpark in München (IGA Gelände von 1983), der Sichtungsgarten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Pflanzungen von Urs Walser im Schau- und Sichtungsgarten Weinheim und auf der IGA Stuttgart 1993, die ihn begeisterten.4

 Magura

Bild: Magura - Simonsen Freianlagen

 

1 Grime, J. P. 2001. Plant strategies, vegetation processes, and ecosystem properties. 2. Aufl. Chichester, West sussex, New York, NY: Wiley.

Ausführlich dazu: Hansen, Richard, Stahl, Friedrich & … Hansen/Stahl. 1981. Die Stauden und ihre Lebensbereiche in Gärten und Grünanlagen: Viele Pflanzenlisten. Stuttgart: Ulmer. Luz, Heiner 2001. Das Prinzip der Aspektbildner. TOPOS (37, 12/2001), S.16–21.      

3 Lacey, Stephen 2002. The New German Style. Horticulture (9-10/2002), 22. Online: URL: http://www.hortmag.com/weekly-tips/garden-design/the_new_german_style. [Stand 2014-09-14].

4 Vgl. Reif, Jonas 2013. Die Renaissance der Staudenverwendung. Gartenpraxis 39 (10-2013), 24–31.; Hanzen, Theresa & Huxmann, Nora 2013. New German Style Planting. Stadt+Grün (03/2013), S.19–25. Online: URL:http://stadtundgruen.de/AKTUELLES/Kernbeitraege/tabid/585/language/de-DE/~/Default.aspx?tabid=440&NewsId=3024[Stand 2014-09-14].

 

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