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NEW GERMAN STYLE

Hinter dem New German Style (NGS) verbirgt sich gebündeltes Know-how für ereignisreiche und pflegearme Bepflanzungen von Gärten, Parks und städtischen Räumen. Der großzügige Einsatz dieser Pflanzungen ist anspruchsvolle gartengestalterische Antwort auf die Formensprache der Architektur unserer Zeit.1 Der Begriff wurde durch den englischen Gartenjournalisten Stephen Lacey geprägt.2

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Der New German Style ist eine Art der Pflanzenverwendung von Stauden (krautige, ausdauernde, winterharte Pflanzen), auch in Kombination mit Gehölzen, die auf folgendem wissenschaftlichen Fundament basiert:

  • Verwenden der Pflanzen nach ihrem natürlichen Standort
  • Einsetzen der Pflanzen in der Anzahl und Gruppierung gemäß ihrer natürlichen Verbreitung
  • Kombinieren der Pflanzen nach ihrem natürlichen Wuchs- und Ausbreitungs- (Konkurrenz-) verhalten
  • Mengenverteilung der verschiedenen Pflanzen nach dem Leitstauden- und Aspektbildnerprinzip3
  • Planung von Struktur, Textur und Farbe der Pflanzenkombination in kleinräumiger und großflächiger Garteninszenierung
  • Vordenken der Dynamik der Staudenmischpflanzung aus dem Jahres- und Lebenszyklus der Einzelpflanzen heraus.

Ziel ist auf Grundlage dieser Erkenntnisse die dauerhafte Ansiedlung einer Gesellschaft aus Pflanzen zu etablieren, die wenig Pflege bedarf. Die Untersuchungen zum Pflegeaufwand und resultierenden Kosten bestätigen den Erfolg dieses Prinzips.

Stephen Lacey überschrieb seinen Artikel aus dem Jahr 2002 mit „The New German Style“ und reflektierte darin seine ergreifenden Eindrücke seiner Reise durch Süddeutschland mit den englischen Landschaftsarchitekten Brita von Schoenaich und Tim Rees. Es waren die Pflanzungen von Rosemarie Weiß im Westpark in München (IGA Gelände von 1983), der Sichtungsgarten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und die Pflanzungen von Urs Walser im Schau- und Sichtungsgarten Weinheim und auf der IGA Stuttgart 1993, die ihn begeisterten.4

Der New German Style kommt im eigenen Land nun auch in der Breite an. Die Zeit5, FAZ6 berichten und Kommunen bekommen positive Resonanzen auf ihre neu angelegten Pflanzungen. Der New German Style ist ein aktueller deutscher Beitrag zur Gartenkultur in Europa.

 

1 Kühn, Norbert 2011. Neue Staudenverwendung. Stuttgart: Ulmer.

2 Lacey, Stephen 2002. The New German Style. Horticulture (9-10/2002), 22. Online: URL: http://www.hortmag.com/weekly-tips/garden-design/the_new_german_style. [Stand 2014-09-14].

3 Ausführlich dazu: Hansen, Richard, Stahl, Friedrich & … Hansen/Stahl. 1981. Die Stauden und ihre Lebensbereiche in Gärten und Grünanlagen: Viele Pflanzenlisten. Stuttgart: Ulmer. Grime, J. P. 2001. Plant strategies, vegetation processes, and ecosystem properties. 2. Aufl. Chichester, West sussex, New York, NY: Wiley. Luz, Heiner 2001. Das Prinzip der Aspektbildner. TOPOS (37, 12/2001), 16–21.

4 Vgl. Reif, Jonas 2013. Die Renaissance der Staudenverwendung. Gartenpraxis 39 (10-2013), 24–31.; Hanzen, Theresa & Huxmann, Nora 2013. New German Style Planting. Stadt+Grün (03/2013), 19–25. Online: URL: http://stadtundgruen.de/AKTUELLES/Kernbeitraege/tabid/585/language/de-DE/~/Default.aspx?tabid=440&NewsId=3024 [Stand 2014-09-14].

5 Rauterberg, Hanno 2012. Das Glück ist grün. Die Zeit 29. Mai.

6 Sperl, Ina 2013. Der neue deutsche Wildwuchs: Die Natur steht Pate. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28. Juli,

7Albrecht, Jörg 2013. Stauden (III). Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung September 2013.

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